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Pressemitteilung: Kulturforum der SPD fordert mehr Aufklärung über neofaschistische Jugendkultur :

Allgemein

Wer die Kultur der Menschen zerstört, zerstört auch ihre Herzen

„Einer Gesellschaft ohne Rassismus und Verfolgung ist nicht selbstverständlich. Wir müssen jeden Tag darum kämpfen“, sagte Sylvia Weber, Vorsitzende des Frankfurter Kultuforums der Sozialdemokratie heute anlässlich des 75. Jahrestages der Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten am 10. Mai 1933.

Damals – nur zwei Monate nach der Machtüber-nahme der Nazis im Römer – verbrannten rd. 15.000 Studierende in NS-Uniformen und Pro-fessoren in Talaren auf dem Römerberg die Bücher zahlreicher deutscher Autoren, darunter auch Karl Marx, Heinrich Mann, Sigmund Freud und Erich Kästner. „Dies war der Beginn des dunkelsten Kapitels deutscher Geschichte“, sagte sie.

Für alle Demokraten bedeute dieser Tag die Aufforderung, auch weiterhin gegen jede Form von Rassismus, Antisemitismus und Menschenverachtung anzugehen. „Rechtsextreme be-dienen sich heute anderer Methoden, um die ‚Kulturhoheit’ in den Köpfen der Menschen zu erreichen“, sagte sie. Mit Musikveranstaltungen und Internetforen versuchen sie, an Ju-gendliche heran zu kommen. Als Kumpels auf der Straße und in den Kneipen machen sie sich interessant. „Und immer noch gibt es zu viele, die ausländerfeindlich motivierte Schlä-gereien als ‚normale’ Randale unter Jungendlichen betrachten und nicht erkennen, was sie tatsächlich sind: eine gezielte Strategie der Neonazis, um die Aufmerksamkeit junger Leute auf sich zu lenken.“

So sei z.B. White Noise, die Musik der Neonazis, nicht allein der „kulturelle Ausdruck“ einer neofaschistischen Bewegung. Sie ist Business mit Millionengewinnen und rassistische Hetze in brutalster Form. Jedes Jahr werden hunderttausende CDs neonazistischer Bands ver-kauft, Konzerte dieser Bands finden bis zu 2.000 Zuhörer. Für neonazistische Organisatio-nen und Parteien ist die White Noise-Musik Einnahmequelle und Propaganda zugleich: Sie nutzen sie, um neue Mitglieder zu werben und in das Netz ihrer Aktivitäten zu integrieren.

Es sei daher dringend nötig, so Weber, junge Leute in den Schulen, Elternhäusern, Vereinen und Jugendeinrichtungen über diese scheinbare „Jungendkultur“ aufzuklären und sie zu immunisieren. „Denn nur wer die Absicht hinter der Strategie erkennt, kann sich auch da-gegen wehren“, sagte Weber. Unterstützung durch Referenten, Material und Beratung er-halten Erziehungsberechtigte z.B. beim Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszent-rum Berlin e.V. (www.apabiz.de) oder der Jugendbegegnungsstätte Anne Frank in Frankfurt (www.jbs-anne-frank.de).

„Wer die Kultur der Menschen zerstört, sagte Weber abschließend, zerstört auch ihre Herzen und lässt sie in einem Zustand der Barbarei zurück“. Dies habe sich in der Folge der Bü-cherverbrennung von 1933 eindrücklich gezeigt.

 

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